Auf die Frage, wie der Weg aus der europäischen Finanzkrise aussehen soll, schlugen der Internationale Währungsfons und der Vermögensverwalter BlackRock die Fusion europäischer Banken vor. Experten halten dagegen: Die Theorie ist zu kurz gedacht und hält sogar neue Problem für die Branche bereit.
Hauptargument: Mehr Geld durch weniger Kosten
Wie vom IWF kritisiert, gibt es in Europa, vor allem in Deutschland, zu viele Banken. Mit der Meinung steht der Fond nicht alleine da. Auch Bundes- und Europäische Zentralbank pflichten ihnen bei und ziehen Zusammenschlüssen anderer Maßnahmen im Bankensektor offenkundig vor. Dass um die Effizienz in der Bankenlandschaft nicht gut gestellt ist, bleibt unbestritten. Doch diese lässt sich laut Experten auch durch andere Maßnahmen steigern. Durch den Wegfall unrentabler Aktivitäten zum Beispiel. Die Deutsche Bank und die Commerzbank gehen mit gutem Beispiel voran. Sie lagern aus oder trennen sich von Teilen einiger Geschäftsbereiche.
Mehr Einnahmen durch Fusion? Falsch gedacht!
Bankenfusionen steigern die Einnahmen, das zweite Argument des IWF und Vermögensverwalters, dass in Fachkreisen am stärksten in der Kritik steht. Denn wo Banken sich zusammenschließen, dünnt der Markt allmählich aus. Der Wettbewerb flacht ab, bestehende Institute erstarken und dominieren den Markt. Die Quittung zahlt der Verbraucher: höhere Zinsen und steigende Gebühren sind die Folge.
Als mahnendes Beispiel diente der deutschen Öffentlichkeit die Fusion zwischen der Commerzbank und der Dresdner Bank im Jahre 2008. Die Rechnung ging nicht auf. Die Filialdichte wurde reduziert, die erhofften Einnahmen allerdings auch. Der deutsche Steuerzahler sprang ihr bei. Experten sind sich einig: Die Geschäftspraktiken sind das Problem. Die Deutsche Bank wird dafür seit Jahren zur Rechenschaft gezogen und befindet sich nach wie vor im Würgegriff von Justiz und Finanzaufsicht.
Titelbilder: CPN / https://de.fotolia.com/p/203572293
