Von Außen betrachtet, sieht immer alles schlimmer aus, als es in der Realität tatsächlich ist. Sofern man der Meinung von Deutsche-Bank-Chef John Cryan Glauben schenkt. Das Geldhaus steckt zwar in Mitten seiner schwersten Krise, doch ist die Situation „besser als sie von Außen wahrgenommen wird.“ Davon ist Cryan überzeugt. Kapitalerhöhungen und Staatshilfen kommen für ihn (noch) nicht in Frage.
Staatliche Unterstützung? Nein, danke!
Der Frage der Bild-Zeitung, ob die Deutsche Bank staatliche Unterstützung benötige, begegnete er mit einem klaren Nein. Für das Geldhaus ist dies absolut „kein Thema“. Außerdem erfülle das Institut alle aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen. Die Bank sei „komfortabel und mit freier Liquidität ausgestattet“, so Cryan. Die Frage nach einer Kapitalerhöhung für die Aktionäre erübrige sich damit.
Etwaige Gespräche mit der Bundeskanzlerin über zukünftige Staathilfen wurden überdies vom DB-Chef dementiert. Auch die Regierung stellte klar, dass es Unterstützungen dieser Art nicht geben wird.
Trotzdem: Die Unruhe bleibt!
Für den DB-Vorstandsvorsitzenden Cryan gestaltet sich die aktuelle Lage der Deutschen Bank unproblematischer als gemeinhin angenommen. Für Unruhe im deutschen Blätterwald sorgte seines Erachtens nur eine Zahl: 14 Milliarden. So hoch soll die Forderung des US-amerikanischen Justizministeriums sein, die das Geldinstitut wegen unlauterer Immobilien-Deals angeblich zu zahlen hat. Dennoch war für Cryan schon vor Veröffentlichung der Summe klar, dass er einen Betrag in dieser Größenordnung zu keiner Zeit zahlen werde. Der DB-Chef ist davon überzeugt, „dass uns das Justizministerium genauso fair behandelt wie die amerikanischen Banken, die sich bereits verglichen haben“.
Bild: fotomek
