Erst haben die alten Hasen die jungen Fintechs bewusst übersehen, dann kritisch beäugt und nun ist an den neuen Finanztechnologie-Unternehmen kein Vorbeikommen mehr. Immer mehr gestandene Geldhäuser suchen den Schulterschluss mit neuen innovativen Startups, um sich langfristig auf dem Markt positionieren zu können. Eine Rechnung, die oftmals für beide Seiten aufgeht: Banken unterziehen sich einer Frischzellenkur und die neuen? Die saugen sich am über Jahre gewachsenen Kundenstamm der Alten fest. Doch nicht jede Kooperation gilt als bilaterale Erfolgsgeschichte.

Fintechs: Kennste eins, kennste alle?

Von wegen! Nicht jedes Fintech-Unternehmen ist in punkto Geschäftsfeld und -praktik gleich. Grob unterschieden wird zwischen zwei Arten: Den Kooperativen und den Disruptiven. In Deutschland konzentrieren sich schätzungsweise 75 Prozent der 500 Fintechs auf die Zusammenarbeit mit Banken und anderen Finanzdienstleistern. Der Rest agiert vorzugweise als Angreifer. Er will bestehende Bankdienstleistungen nicht erweitern, sondern ersetzen. Etablierte Häuser zu verdrängen, setzt er sich zum Ziel.

Divergente Geschäftsfelder

Unterschiede sind nicht nur in der Art ihres Geschäftsgebarens zu verzeichnen. Auch das Feld ,in dem sie sich bewegen, ist nicht minder von Interesse. So ist im Bereich der Geldanlage ein eher disruptiver Ruck durch die Branche gegangen. So genannte Robo Advisor lösen mehr und mehr den klassischen Berater ab.

Im Finanzierungssektor haben sich hingegen disruptive und kooperative Geschäftsmodelle durchgesetzt. So haben sich beispielsweise Crowdfunding-Unternehmen etabliert, die Kredite außerhalb der Finanzbranche vergeben. Wieder andere vermitteln traditionellen Geldhäusern mit Hilfe von Kreditvergleichen Neukunden. Laut Expertenmeinungen ist es sogar möglich, dass sich Crowdfunding-Unternehmen als Teil des Finanzierungsmixes eines Geldinstitutes etablieren, indem sie sich beispielsweise auf ihrer Internetplattform integrieren.

Noch am Anfang stehen die so genannten Insurtechs im Bereich der Assekuranz. Die Versicherungsbranche hat gerade erst die „jungen Wilden für sich entdeckt. Viele der neuen Jungunternehmen beschränken sich noch zu sehr auf die Rolle des digitalen Maklers. Zu groß scheint noch die Unsicherheit im Umgang mit der neuen Konkurrenz.

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