Der Markt für alternative Online-Finanzierung wächst. Und zwar stattlich. Um 90 Prozent konnte der europäische Markt im Jahr 2015 zulegen, doch im Vergleich zu den USA ist das noch lange nicht genug. Schwarmfinanzierung liegt im Trend, nur in Deutschland scheint er noch nicht angekommen.

CROWD-Finanzierung: USA Spitzenreiter

Im Bereich der Crowd-Finanzierung oder zu Deutsch Schwarmfinanzierung erzielten einschlägige Online-Vermittlungsplattformen im Jahr 2015 ein Wachstum von 210 Prozent. In Zahlen ausgedrückt heißt das: Europäer haben 5,4 Milliarden Euro gesammelt, US-Amerikaner hingegen 33 Milliarden Euro. Dazu kommt, dass sich das europäische Wachstum um zehn Prozent verlangsamt hat.

Aus dem erst kürzlich veröffentlichten „European Alternative Finance Industry Report“ wurden die Geschäftszahlen von 367 Plattformen aus insgesamt 32 europäischen Ländern unter die Lupe genommen. Zusammen decken sie rund 90 Prozent des europäischen Marktes ab. Ein Großteil der alternativen Finanzunternehmen tritt mit Schwarmfinanzierungen in Konkurrenz zum Kreditgeschäft traditioneller Finanzhäuser. Darunter befinden sich zumeist Anbieter von Plattformen zur Crowd-Finanzierung. Damit werden Kredite entweder für Privatleute oder für Unternehmen gesammelt. Das Prinzip ist einfach: Jedes Mitglied einer Gruppe steuert seinen Anteil zum Kredit bei. Jeder Einzelne erhält Zinsen auf seine Investition.

Großbritannien führt europäischen Markt an

Auch wenn Europa dem US-amerikanischen Markt noch sehr weit hinterherhinkt, tut sich bereits ein Land jetzt schon hervor. Der größte Markt für alternative Finanzierungen ist Großbritannien. Mit einem Volumen von 4,4 Milliarden Euro fallen über 80 Prozent der Umsätze im neuen Markt auf das Vereinte Königreich, weit abgeschlagen liegt auf dem zweiten Platz mit 319 Millionen Euro Frankreich, gefolgt von Deutschland mit 249 Milliarden Euro.

Titelbild: Tiberius Gracchus